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Rainhard Kohler im Gespräch mit Schiffsführer Stefan Bruske.

Je eine Einheit misst den Zufluss und den Rücklauf des Kraftstoffs zwischen Tagestank und Motor. Die Differenz ist der tatsächliche Verbrauch, der in Echtzeit auf einem Display im Steuerhaus angezeigt wird. »Wir haben ein neues System entwickelt, bei dem alle Komponenten auf einer Platte vereint sind«, sagt Rainhard Kohler, Verkaufsingenieur und Projektmanager beim Österreichischen Hersteller KRAL. Das gesamte System findet sich jetzt in zwei kleinen, weißen Schaltschränken im Maschinenraum, direkt unterhalb des Tagestanks. Oben im Steuerhaus ist ein A5-großes Display dazugekommen - das war's.

Der Gastanker wird von einem MaK-Diesel angetrieben.

Bislang wurden die gemeinsam von KRAL und der französischen Reederei Thomas Services Maritimes (TSM) entwickelten Geräte vornehmlich in der Schleppschifffahrt eingesetzt. Dort mit großem Erfolg. Durch eine bewusstere Fahrweise konnten im Schnitt etwa 5% der Kraftstoffkosten eingespart werden. Mit Imperial Shipping ist nun erstmals ein Kunde aus der deutschen Binnenschifffahrt gefunden. Insgesamt drei Gastanker sollen mit dem KRAL-System nachgerüstet werden. »Unsere Neubauten haben sowieso schon eine Verbrauchsmessung an Bord«, sagt Inspektor Horst.

Letzte Arbeiten bei der Installation der Verbrauchsmessung.

Eine Verbrauchsmessung ist technisch eigentlich nichts Neues. Schon in den 1970er Jahren hatte es erste Versuche gegeben. Doch die Anlagen waren nicht ausgereift, es fehlte auch der Kostendruck, so wie er heute angesichts des Preiskampfes auf dem Wasser besteht. Das moderne System von KRAL sei dagegen technisch sehr hoch entwickelt. »Wenn wir Kraftstoff sparen wollen, dann müssen wir unseren Besatzungen auch das nötige Werkzeug an die Hand geben«, sagt Horst. Möglich wäre auch eine Auswertung der Daten, doch das sei bislang nicht geplant.

Die obligatorische Testfahrt auf dem Rhein bei Köln.

Langsam schiebt sich die »Imperial Gas 84« aus dem Werfthafen. Es ist die obligatorische Probefahrt, bei der alle erneuerten Anlagen an Bord getestet und abgenommen werden. Behutsam steuert Schiffsführer Stefan Bruske durch die schmale Zufahrt und schwenkt talwärts in den Rhein. »Wir fahren bislang eigentlich immer nach Drehzahl«, erzählt er. Der erfahrene Binnenschiffer aus Pasewalk weiß einfach, bei welchen Bedingungen er welche Motorenleistung braucht. Und dass der Verbrauch steigt, je mehr er den »Hebel auf den Tisch« legt.

Das Display zeigt den aktuellen und Durchschnittsverbrauch.

Ab sofort zeigt ihm das neue Display stets ganz exakte Werte. Während der Tanker bei 400 U/min mit knapp 20 km/h zu Tal zieht, sind es um die 72 Liter pro Stunde. »Der Schiffsführer kann den Verbrauch durchaus steuern«, sagt KRAL-Ingenieur Kohler. »Nimmt er den Hebel nur ein bisschen zurück, sinkt der Kraftstoffverbrauch, ohne dass die Geschwindigkeit unbedingt deutlich zurückgeht.« Da auch das GPS angeschlossen ist, wird auch der Verbrauch pro gefahrenen Kilometer angezeigt, dazu neben dem aktuellen auch immer der Durchschnittsverbrauch.

»Mit der Maschine verdienen wir schließlich unser Geld«, sagt Schiffsführer Bruske. »Also müssen wir sie auch schonend fahren.« Wenn dabei Kraftstoff gespart werden kann, »ist das eine feine Sache«. Er werde das System garantiert nutzen, um seine Fahrweise zu überprüfen und vielleicht anzupassen. Nur eines stört ihn: Das flach im Pult eingelassene Display ist nur schwer lesbar, deshalb soll demnächst noch mit Bordmitteln nachjustiert werden.

An Deck werden unterdessen die Sprinkler-Anlage und die Feuerlöschschläuche getestet. Unten im Maschinenraum wird der überholte Motor neu eingestellt und eingefahren. Nach einer Stunde wendet Bruske seinen Tanker, es geht zu Berg, gegen den Strom. Der Motor läuft jetzt mit 700 U/min, doch die Geschwindigkeit sinkt auf knapp über 11 km/h. Und die digitalen Ziffern im Verbrauchsdisplay schnellen nach oben- bis auf 195 Liter je Stunde. »So klar war mir das bislang nicht«, sagt Bruske.

Wie viel Kraftstoff sich letztlich einsparen lässt, hängt aber bei weitem nicht nur vom Schiffsführer ab. Sondern von vielen weiteren Kriterien wie dem Wasserstand, Art und Menge der Ladung, Berg- oder Talfahrt und den örtlichen Bedingungen des Fahrtgebietes. Ebenso auch von den Zeitvorgaben der Reederei oder des Befrachters. »Der Disponent ist derjenige, der am meisten Kraftstoff sparen kann«, sagt Horst.

Das war Teil 4 unserer Serie über die Messung des Kraftstoffverbrauchs.
Erfahren Sie mehr über


Weitere Informationen über die KRAL Kraftstoff-Verbrauchsmessung erhalten Sie hier >>


Sehen Sie hier ein Video über die Verbrauchsmessung von KRAL. Testfahrt auf dem Rhein:

KRAL Erfolgsgeschichten Kraftstoff-Verbrauchsmessung Eco-Pilot Binnenschifffahrt

  

Binnenschifffahrt 8 2014

  

Binnenschifffahrt 6 2014

  

Binnenschifffahrt 10 2013

  

Binnenschifffahrt 8 2013

  

 

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