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Neue Motorenkonzepte, alternative Kraftstoffe und verschiedene technologische Verbesserungen, die den Verbrauch senken sollen, sind zwar in aller Munde, aber TSM hatte kein Projekt, das eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs zum Ziel hatte. »Wir mussten unbedingt die Kraftstoffrechnung reduzieren«, sagt Loic Thomas. »Ich wollte ein Mess- und Anzeigesystem, das mir dabei hilft.« Er hätte auch eine fertige Lösung gekauft, doch er wurde nicht fündig. Besonders die Sicherheitsaspekte wurden von den am Markt erhältlichen Systemen nicht berücksichtigt, schließlich ist die Kraftstoff-Verbrauchsmessung ein Teil des Motorensystems. Thomas beschloss daher, selbst eine Lösung zu entwickeln. Der 36-Jährige konnte einen Elektronik-Ingenieur begeistern, der Fail-Safe-Elektronik für die Automobilindustrie entwickelt hat. Grundsätzlich besteht eine Kraftstoff-Verbrauchsmessung aus Durchflussmessgeräten und einer Auswerte- und Anzeigeelektronik. Je ein Durchflussmessgerät misst die Brennstoffmenge, die zum Motor fließt sowie die Brennstoffmenge, die in den Tank zurück fließt. Die Differenz zwischen Zu- und Rücklauf ist der Kraftstoffverbrauch. Eine Elektronikeinheit muss die Messwerte der Durchflussmessgeräte erfassen, verrechnen, anzeigen, speichern und bei Bedarf an andere Systeme weiterleiten (siehe Grafik).

Unerwartet große Schwierigkeiten bereitete jedoch die Suche nach einem geeigneten Durchflussmessgerät. Während der Anwender meist nur das Anzeigegerät beobachtet, muss der Entwickler besonders auf das Messgerät achten. Anforderungen an die Messgenauigkeit und die Sicherheitsaspekte führten nach einem intensiven Auswahlprozess zum KRAL Volumeter®, der mit der TSM-Eigenentwicklung Eco-Pilot zusammengeführt wurde.

Thomas modernisiert zunächst die gesamte eigene Flotte mit der Kraftstoff-Verbrauchsmessung und rüstet alle neuen Schiffe mit der Eigenenticklung aus. Mit Erfolg, wie er berichtet. Allein dadurch, dass seinen Kapitänen der Kraftstoffverbrauch jederzeit bewusst sei, konnten etwa 5% der Kosten eingespart werden. Mit seinen erst 36 Jahren geht der Schiffseigner mit großem Einfühlungsvermögen auf seine Mitarbeiter zu. Nichts wird einfach nur verordnet, sondern mit der Crew besprochen. Loic interessiert sich für den nächsten Schiffsauftrag und für die Anliegen des Kapitätns und der Mannschaft. Für ihn gehört es auch zum guten Ton, den Kapitän um Erlaubnis zu bitten, an Bord kommen zu dürfen. Von diesem Erfolg beflügelt beschloss der Unternehmer die Vermarktung des Eco-Pilot zunächst in Frankreich. Inzwischen haben rund 60 Schiffe anderer Schiffseigentümer die TSM-Verbrauchsmessung an Bord. Doch TSM fehlte als maritimes Unternehmen ein weltweites Vertriebsnetz, um das Geschäft auszudenen. So lag es für Loic Thomas nahe, bei KRAL nachzufragen. Bereits seit mehr als 20 Jahren vermarktet KRAL, als Hersteller von Präzisionsmessgeräten, Systeme zur Krafstoff-Verbrauchsmessung, überwiegend für Schwerölanlagen auf Hochseeschiffen und für Motorenkraftwerke.

Die Kooperation zwischen TSM und KRAL war schnell beschlossene Sache. KRAL vermarktet den Eco-Pilot seither außerhalb Frankreichs. Einen Schwerpunkt legt das über 60 Jahre alte Traditionsunternehmen dabei auf die Binnenschifffahrt in Deutschland. »Schiffseigentümer bauchen eine genaue Kraftstoff-Verbrauchsmessung«, sagt Thomas. Mit einer überschaubaren Investition werde der Crew ein präzises Werkzeug an die Hand gegeben, das ihr Bewusstsein für Verbrauch und Kosten schärfe. Wenn die Mitarbeiter von Anfang an eigenverantwortlich einbezogen werden, können die besten Ergebnisse erzielt werden. Die präzise Echtzeitmessung wird im Steuerhaus installiert, und zwar so, dass der Kapitän die Anzeige immer direkt im Blick hat. Der erste Effekt sei rein psychologisch, so Thomas. Der Kapitän bekommt einen deutlichen Hinweis auf den aktuellen Kraftstoffverbrauch und passt den Schiffsbetrieb im eigenen Interesse an. Später probiert er verschiedene Verhaltensweisen aus und verändert seine Fahrweise mit der Zeit. Wichtig sei, dass die Crew die Kontrolle über das System behalte, betont der Reeder. Wenn es dem Kapitän angemessen erscheint, weil in bestimmten Einsatzsituationen der Verbrauch enorm ansteigt, kann er den Eco­-Pilot auf Knopfdruck mittels Bypass aus dem Kraftstoffsystem nehmen - und muss sich niemanden gegenüber erklären. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei die Basis für den Erfolg, sagt Thomas.

Das war Teil 1 unserer Serie über die Messung des Kraftstoffverbrauchs mit Eco-Pilot.
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Weitere Informationen über die KRAL Kraftstoff-Verbrauchsmessung erhalten Sie hier >>

KRAL Erfolgsgeschichten Kraftstoff-Verbrauchsmessung Eco-Pilot Binnenschifffahrt

  

Binnenschifffahrt 8 2014

  

Binnenschifffahrt 6 2014

  

Binnenschifffahrt 10 2013

  

Binnenschifffahrt 8 2013

  

 

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